Manchmal ist auch die Zeit dafür gekommen, nicht so erfreuliches feedback zu geben. Wir haben Ende Oktober bei einer Messeveranstaltung mitgemacht. Und weil nur hinterrucks über das Erlebte schimpfen nichts und niemanden etwas bringt, haben wir unsere Eindrücke für die Veranstalter in einem Brief festgehalten:
Sehr geehrte Herren,
wegen Zeitmangel komme ich erst jetzt zum Schreiben. Wahrscheinlich ist dies auch gut so, weil direkt nach dem Event wäre ich wohl zu wütend gewesen und hätte wohl bloß beschimpft. Das ist nicht sehr zielführend.
Ich hatte mit der Unterstützung meines Mannes einen Stand im Bereich der Kunstmeile während der … messe. Ich war eigentlich mit der vorlaufenden Organisation zu Ihrer Veranstaltung und der freundlichen und entgegenkommenden Betreuung hoch zufrieden, genauer gesagt richtig begeistert.
Leider mussten wir dann feststellen, dass dieser Bereich so gut wie gar nicht besucht wurde. Oft waren nicht einmal 3 Besucher gleichzeitig in unserer Halle. Dies kam unserer Meinung nach da her, dass der Besucherstrom nicht durch oder zur Kunsthalle geleitet wurde.
Viele Besucher wussten gar nicht, wo sie die Kunstmeile finden konnten, bzw bemerkten gar nicht, dass sie existierte. Und mit der Esoterikhalle war es ebenso. Die Beschilderung und Hinweise auf die Kunstmeile waren praktisch nicht vorhanden. Auch der hintere Eingang war völlig ohne Schild.
Die Menschenströme sind durch die Haupthalle und die Hochzeitshalle oder umgekehrt geströmt, doch nur wenige fanden den Weg zur Kunstmeile. Es klebten lediglich zwei A3-Plakate auf dem Fußboden, welche durch den regen Besucherstrom innerhalb des Hauptbereichs nicht bemerkt werden konnte, da stets Leute darauf standen und sie verdeckten. Ehrlich gesagt würde ich selbst auch nie auf die Idee kommen, Veranstaltungshinweise auf dem reichlich begangenen Boden zu suchen und ich kann mir beim besten Willen auch nicht vorstellen, dass dies sonst irgendjemand tut. Nicht bei diesen Menschenmengen.
Es gab keinerlei Hinweise wie Transparente oder auch Plakate auf den Wänden. Nichts in Augenhöhe gab einen Hinweis auf den Bereich in Halle 4. Von gezielter Werbung kann man da wohl nicht sprechen.
Ansagen wurden auch erst dann gemacht, wenn immer jemand von uns darauf hingewiesen hat, wobei die Ansagen selbst, wenn sie einmal nach mehrmaligem Urgieren durchgesagt wurden, gut waren. Bei den sehr hohen Standkosten könnte man wohl erwarten, dass es auch etwas mehr Unterstützung geben sollte. Wie uns andere Aussteller erzählten, war es auch in den vorangegangen Jahren so, doch dieses Jahr sei bisher am Schlechtesten organisiert.
Das so auf diese Weise nicht sehr viel, bzw teilweise auch gar nichts von den einzelnen Standbetreibern verkauft werden oder in sonst einer Weise profitiert werden konnte, ist kein Wunder.
Uns wurde auch zugesagt, dass das Kindertöpfern, welches wir zusätzlich anboten, mehr beworben wird, weil ein bisschen Kinderprogramm sehr erwünscht wäre. Doch viele Leute haben uns mitgeteilt, sie hätten die Kinder extra zu Hause gelassen, weil sie nicht wussten, dass es auch etwas für Kinder gibt. Nicht nur wir hatten etwas für Kinder im Programm, auch auf anderen Ständen gab es derartige Angebote. Ich finde es sehr schade, dass diese ebenso nicht richtig beworben wurden und denke, dass es eigentlich auch im Interesse von Ihnen sein müsste, da sowohl die Kinder als auch die Eltern unserer Erfahrung nach froh über ein bisschen Abwechslung sind, bzw die Eltern so auch ein wenig Freiraum gewinnen können.
So entstand bei uns und den meisten anderen Standbetreibern in diesem Bereich der Eindruck, dass die Künstler nur als Melkkühe betrachtet werden. Ich selbst habe jedenfalls noch nie solch schlechtes Marketing erlebt. Oder ist dies wirklich die Auswirkung des Desinteresses Ihrerseits an diesen Bereichen?
Ihre Sichtweise bezüglich der oben genannten Punkte würde mich sehr interessieren, da ich gerne verstehen würde, wie diese Situation zustande gekommen ist, bzw. ob das generell nn ihrem Veranstaltungsort so zu erwarten ist. In Erwartung Ihrer Antwort,
mit freundlichen Grüßen,
Bin ja gespannt, ob eine und wenn, welche Reaktion da kommen wird. Änderung kann nur dann geschehen, wenn ich in meinem Fluss weiter gehe und dem, was gesagt, oder getan werden muss auch nachgehe. Die andere Variante wäre, die Wiederholung der Situation zu meiden. Jedoch auf diese Weise wird sich nichts verändern. Ich bin überzeugt davon, dass sich nur dadurch, das wir ins Gespräch treten uns der anderen Sicht bewusst werden und sich neue Wege auftun können oder sich eben auflösen werden.Wie auch immer, wir werden sehen …
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