sollten in unserem Naturgarten genug natürliche Feinde sein,
aber manchmal spielt einem eben auch das Wetter einen Streich und dann ist
Eingreifen gefragt.
Vorgestern beim
Kräuter fürs Essen Holen hab ich sie zum ersten Mal entdeckt: kleine schwarze
Tierchen auf meiner Kapuzinerkresse. Da hab ich mir noch nix gedacht dabei.
Gestern jedoch bekam ich einen Schrecken. Nicht nur, dass plötzlich hunderte
von ihnen auf den Blüten und Blättern saßen. Nein, die Pflanzen selbst sahen
aus wie ein Nudelsieb, so stark durchlöchert waren sie.

Was war passiert?
Nach
einer längeren ziemlich trockenen Periode hat es zum ersten Mal heuer an zwei
Tagen hintereinander einen Gewitterregen gegeben.
Ich habe zwar regelmäßig
gegossen, aber natürlicher Regen wirkt sich immer anders aus als künstliche
Wasserzufuhr.
Was nun tun?
Nun, ich hatte keine Ahnung, um welche Tiere es sich
da handelte, obwohl ich mich sonst eigentlich schon ziemlich gut auskenne, was
die einheimische Fauna und Flora betrifft.
Nachdem ich in diversen FB-Gruppen
keine Antwort bekam, machte ich mich selbst auf die Suche. Zuerst tippte ich
auf Rüsselkäfer, die hatte ich aus Kindheitstagen ganz dunkel in Erinnerung.
Als
nächsten Schritt holte ich mir sozusagen den „Rat der Alten“ und rief meine
Mutter an. Diese meinte, wenn es dieser Käfer sei, dann solle ich es mal mit Leimtafeln probieren.
![]() |
| Da sind die Käfer zu sehen. Bei den Blättern sind sie zu schnell weggehüpft. |
Diese
Methode ist mir zwar für Fruchtfliegen geläufig, aber für Käfer war sie mir
neu.
Da es aber gerade wieder heftig gewitterte, stellte ich weitere
Internetrecherchen an.
Ich gab also die Begriffe „käfer kapuzinerkresse“ ein
und stieß so auf Erdflöhe – eine Blattkäferart.
Laut Info meiden diese Pflanzen
wie Schnittlauch und Petersilie und sie lieben es trocken.
Nun ja, trocken war
es ja heuer, extrem trocken.
Aber das mit dem Schnittlauch und der Petersilie
hat man ihnen definitiv nicht gesagt.
Gerade dort, wo diese Pflanzen auch
wachsen, war der Erdflohbefall besonders stark.
Aber das Wichtigste war die
Bestätigung, dass man mit Leimtafeln gut vorgehen kann.
Also, heute mittags Tafeln schnappen,
einstreichen, Zweige holen und in die Erde stecken, Tafeln montieren und Flöhe aufschrecken und …
Nun hab ich
wieder Hoffnung, dass meine Kapuzinerkresse über den Berg kommt!
Außerdem konnte ich folgende Informationen noch sammeln:
- es wird
Mulchen zum feucht Halten empfohlen (machen wir)
- Mischkultur (ebenfalls) und
das Streuen von Holzasche (hab ich noch nicht probiert, weil ich die Asche
lieber für meine Glasuren verwenden würde) oder Gesteinsmehl. Letzteres müsste
ich mir aber erst besorgen und es wiederspricht meinem persönlichen Prinzip,
erst die vorhandenen Ressourcen zu nutzen. - folgende Pflanzen werden auch zur
Vertreibung genannt: Dillkraut, Fenchel, Fisolen, Kerbel,
Koriander, Petersilie, Salat, Schnittlauch, Sellerie und Spinat. - das Jauchen mit Beifuß, Brennesel, Holunder, Rainfarn und
Wermut wird ebenfalls angeraten.
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