Wenn wir so durch die Geschäfte schlendern, dann springt uns eine riesige Palette
von Reinigungsprodukten entgegen. Dies sowohl im Haushalts- als auch im
Körperpflegebereich. Die meisten sind nach näherer Untersuchung des
Kleingeschriebenen ein Chemiecocktail pur. Nichts, was man als vernünftig
denkender Mensch normalerweise freiwillig direkt oder indirekt an seine Haut
und in seinen Körper bringen würde. Erstens wegen der Reiz- und Giftstoffe und
zweitens wegen der Produktion oft selbst. Ein bisschen mehr Ahnung von Chemie,
und schon stehen einem die Haare zu Berge.
Also, was tun? Zuerst kam der Gedanke, dass die Menschheit ja schon vor der Großindustrialisierung
Mittel und Wege gefunden haben muss, ihre Behausung und sich selbst sauber zu
halten. Recherche war folglich
angesagt. Und das Ergebnis?
Wir starteten Ende 2010 einen Versuch. Wir
verzichteten auf so einiges und griffen auf altbewährtes zurück. Als schärferes
Reinigungsmittel verwenden für Abflüsse verwenden wir seit dem das gute alte
Kristallsoda. Dieses löst Verstopfungen auf und beseitigt üble Gerüche. Als
Reinigungsmittel bewährten sich Essig und Kernseife. Der Essig hat auch noch
den Vorteil, dass er Kalk lösend ist, was für unsere Gegend mit extrem
kalkhältigem Wasser sich als sehr nützlich erweist. Das ist günstiger, gesünder
und umweltfreundlicher.
Den Essig stellten wir außerdem selbst aus unserem
eigenen Most her. Er kommt als Reinigungsmittel und in verdünnter Form als
Weichspüler für die Haarwäsche zum Einsatz. Gewaschen wird das Haar von Robert
mit Kernseife.
Ich selbst habe das nicht so gut vertragen und greife wegen
meiner eher sensiblen Kopfhaut auf Ei zurück. So alle 4 Wochen wusch ich mein
Haar mit normalem Shampoo, aber mit einer
sehr kleinen Menge. Auf Föhnen verzichtete ich vollständig. Durch diese
Pflege mitsamt Essig gab es keine gespaltenen Haarspitzen mehr und das bei
einer Haarlänge von ca. 67 cm die vor 3 Jahren das letzte mal geschnitten wurden.
Jetzt sind sie allerdings wieder wesentlich kürzer,
weil mir die stundenlange Bürsterei und das Gewicht meiner Haarpracht schon auf
die Nerven ging. Folglich war wieder Veränderung angesagt und ich griff kurzerhand
zur Schere. 😉
Als
Weichspüler – wir verwenden aber seit Jahrzehnten – genauer gesagt seit 25 – gar keinen wegen allergischen Hautreaktionen, als Fensterputzmittel oder Kloreiniger ist Essig ebenfalls bestens
geeignet. Auch Backpulver kann so einiges. Mit ihm bekommt man
Verfärbungen von Fliesenfugen oder Holz gut weg.
Beim Wäschewaschen kommt
jedoch noch normales Waschpulver in den Einsatz. Alle bisherig entdeckten
Alternativen haben mich bis jetzt nicht begeistert. So habe ich nur die Menge
auf ein Minimum reduziert. Begründung: Waschnüsse werden importiert und
schädigen obendrein die Umwelt wegen der langen Transportwege… zusätzlich
können sich die Einheimischen, wo die Waschnüsse wachsen, diese selber nicht
mehr leisten bzw. sie verkaufen sie eben und kaufen sich aber die chemischen
Waschmittel die wir ach so ökologischen Westmenschen vermeiden möchten. Dadurch
wird der ökologische Fußabdruck nicht verkleinert, sondern größer.
Es ist also wichtig,
Alternativen zum herkömmlichen Waschmittel zu suchen, welche in unseren Breiten
verfügbar sind. Einen Feldversuch mit Rosskastanien als Waschnussersatz werden
wir im Herbst starten, wenn es wieder haufenweise Kastanien aufzusammeln gibt.
Als Anregung dafür haben wir folgendes letzen Herbst gefunden:
http://experimentselbstversorgung.net/auf-zum-waschmittel-sammeln/. Stellt sich
für uns nur noch die Frage, ob der Aufwand für uns nicht zu groß wäre bei den Mengen an
Wäsche, die wir als Großfamilie haben. Wir werden sehen. Heuer haben wir auch
testweise Seifenkraut gepflanzt, dessen Verwendung wir für uns auch noch näher
ansehen werden …
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