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Ist Müßiggang aller Laster Anfang?

April 13, 2010 | by Ulrike

Ist Müßiggang aller Laster Anfang?

Greifen wir doch gleich mal den Müßiggang auf. Dieser Begriff wird im Allgemeinen von uns mit Faulheit in Verbindung gebracht. Wer von uns kennt nicht das alte Sprichwort: „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ In der christlichen Lehre wird er sogar als eine der sieben Todsünden aufgezählt.

Wie sieht heutzutage unser Leben aus?

In der Arbeitswelt selbst wird ständig alles ernster. Es geht immer mehr um Leistung. Und nur, wer etwas leistet, der funktioniert richtig wird uns suggeriert. Aus den Erzählungen unserer Eltern wissen wir noch, dass Spaß am Arbeitsplatz durchaus üblich war. Kleine kindliche Streiche waren akzeptiert. Dies wäre heutzutage ein Gedanke der Unmöglichkeit. Arbeiten, die Spaß machen werden von vielen gar nicht mehr als richtige Arbeit betrachtet und zählen daher nicht. Es werden Pausen gestrichen, bzw. wieder für Arbeitsgespräche genutzt, weil man ja auch diese Zeit produktiv gestalten sollte.

Die Arbeitswelt greift auch immer mehr ins Privatleben ein. In manchen Betrieben wird auf „Wir sind eine Familie“ getan, und für diese sollte man alle Zeit bereit sein. So wird der Druck auf manche unerträglich. Auch sogenannten selbstständig Tätigen geht es auch nicht besser, ganz im Gegenteil. Eine Zeit lang sind sie sich dessen gar nicht bewusst. Aber dann ganz plötzlich und für die betroffene Person völlig unerwartet landen sie im sogenannten „Burnout“.

Und wie kommt es dazu?

Durch gezielte schwarz-weiß-Malerei – fleißig=gut, nichts tun=böse – wird unser natürliches Erholungsbedürfnis von uns nur mit schlechtem Gewissen gelebt. Man kommt sich faul und unnütz vor, wenn man sich einmal zurück lehnt und die Seele baumeln lässt. Gefördert wird dies auch durch neidende Kollegen. „Sie dir mal den/die an. Das würde ich mir nie erlauben.“
Neid und Eifersucht beherrschen den Alltag. Das, was man sich selbst nicht gönnt, soll der andere erst recht nicht haben. Bösartige Gerüchte halten das Rad am Laufen.

Und warum gönnen wir uns (gegenseitig) nichts?

Ist man wirklich faul, wenn man sich kurz einmal eine Auszeit genehmigt? Abgesehen davon, dass ein gut erholter, fröhlicher Mitarbeiter mehr Leistung – wieder dieses Wort! – einbringen kann. Er wird sich auch mehr engagieren, wenn es ihm gut geht. Also von der Seite her allein schon ist dieses System sehr fragwürdig. Aber im Leben soll es auch um den einzelnen Menschen gehen!

Müßiggang leitet sich von Muße haben ab. Erlauben wir es uns doch, Mensch zu sein, Muße zu haben. Gönne dir die Freude, einem über die Blüten tanzenden Schmetterling zuzusehen . Oder beobachte spielende Kinder, die sich voll in ihr Spiel versenken und so selbst zum Spiel werden. Selbst wenn du die Natur aufmerksam betrachtest, wirst du erkennen, das diese produktive und nicht produktive Phasen hat. Jedes Tier gönnt sich eine Pause. Auch bei den Naturvölkern ist es so.

Handeln wir nicht gegen die Natur – wir sind Teil dieser – und gönnen wir uns eine Auszeit.
Und lasst uns auch die spielerischen, närrischen Momente des Lebens leben.

http:\use-roses.jimdo.com

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