Auf unserem Grundstück tummeln sich bereits viele, viele Tiere. Neben unseren eigenen, den Hühner, Enten, Hasen, Hund und Katzen, gibt es eine Menge Wildtiere. Allen voran natürlich verschiedenste Vögel. Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar.. ;-). Besonders Stolz sind wir auf unseren hohen Bestand an Blaumeisen. Ein Grünspecht wird auch schon seit jahren gesichtet, sowie ein Eichelhäher.
Es gibt auch sehr viele Insekten, nützliche und weniger nützliche (das Wort Schädling liebe ich nicht, da ich meine, dass in der Natur alles seine Berechtigung hat und auch seinen Sinn). Grundsätzlich kann ich sagen, dass es nur unser,der Menschen, Verstand und unser Anspruch ist, was nützlich und was unnütze, oder sogar schädlich, ist. Unser arrogantes Wesen versucht die von Gott gegebene Natur zu korrigieren, weil wir es bequem haben wollen oder wir unseren Willen durchdrücken wollen oder anderen Gründen.
Durch unser unwissendes Eingreifen schaffen wir das Ungleichgewicht, welches dann zu den Ergebnissen führt, welche wir nicht wollen. Die sogenannten schadenden Kräfte nehmen überhand und unsere Bemühungen, gute Ernteergebnisse zu erzielen werden zunichte gemacht.
Wir versuchen, auf unserem Grundstück immer wieder der Natur ihren Raum zurückzugeben und so wenig wie möglich einzugreifen. Es soll ein Naturbiotop mit aller Vielfalt entstehen können in dem der Mensch aber ein willkommener Teil des Ganzen ist und auch die Früchte seiner Arbeit Ernten kann. Um das Entstehen eines natürlichen Gleichgewichts zu fördern und auch Wildbienen (es gibt über 500 Arten in Mitteleuropa), Marienkäfern, Schmetterlingen, Florfliegen und vielerlei andere Insekten einen Unterschlupf und Brutmöglichkeit zu bieten haben wir uns entschlossen, ein Nützlingshotel zu bauen. Weiters hat sich daraus ein spannendes Erlebnis und auch naturpädagogisches Potential für unsere jüngere Tochter (9 Jahre) wie auch uns selbst ergeben.
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| Keramisches Insektenhotel |
Schon im Vorfeld, der Recherche, konnten wir erkennen was wir alles dabei lernen können, außerdem kann ich sagen, dass die im Handel erhältlichen Nützlingshotel zwar sicher für klitzekleine Gärten geeignet sind, doch für unsere Gartengröße (ca 4000 m²) sind sie zu klein. Weiters konnten wir auch noch Ideen für unsere Töpferwerkstätte kreieren, was uns zusätzlich freute.
So entschlossen wir uns, ein Nützlingshotel im Großformat zu schaffen (circa 2×1 Meter).
Meine Baumeisterin Ulrike entwarf in ihrem Kopf eine Skizze und wir kauften im Baumarkt einige Bretter und Vierkanter. Außerdem sondierten wir zu Hause die Materialien für den Innenausbau.Wir wollten natürlich wie immer möglichst viel Recycling unsere Bestände betreiben.Wir hatten noch einige alte Hohlblockziegeln. Eine der Lamellenschwingtüren, die mein Schwiegervater seinerzeit angeschafft hatte, um einem Schuhkasten eine passende Türe zu spendieren, aber dann doch nicht verwendet hatte und nun seit 20 Jahren in unserer Garage lagerte,stellte sich bestens geeignet für das Florfliegenabteil heraus. Holzstücke hatten wir von verschiedenen Baumpflegemaßnahmen natürlich auch noch. Es kamen Nussholz, Weidenholz und Holunderholz zum Einsatz.
Wir schafften alles ins Hühnergehege, weil wir gleichzeitig unsere seit kurzem ins Freie gelassenen Küken nebenbei beobachten wollte und los ging es mit schrauben. Im Abstellraum des Hühnerhauses konnten wir auch noch Altholz von einem Hühnerstallabbau mitrecyclen und so entstand der Rahmen incl. dem Dach für das „Hotel“;-). Dann wurde es zu seinem Standort transportiert und aufgestellt. Der Innenausbau begann. Den Lamellenteil haben wir mit unserem Heu befüllt und rot angestrichen, da die Florfliegen anscheinend diese Farbe lieben. Dann hat unsere kleine Tochter Bockerl (Föhrenzapfen vom eigenen Baum) gesammelt und ein Stück Hasengitter (Recycling des abgebauten Hühnerstalles) wurde zur Fixierung angetakert. Zuletzt habe ich noch die Holzstücke eingepasst und „tausende“ verschieden grosse (von 2 mm bis 10mm Durchmesser) Löcher gebohrt.
Nun warten wir auf unsere neuen Untermieter. :-))
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| Insektenhotel |
Schon nach kurzer Zeit nisten sich die ersten Ohrwürmer, welche vor allem Blattläuse vertilgen, ein.
Auch ein Bienchen konnten wir beobachten, welches sich verschiedene Bohrlöcher angeschaut hat, aber dann doch lieber eine Erdhöhle ganz in der Nähe gegraben hat, denn die Liebe war eine Erdbiene. Auch eine Spinne hat schon ein Netz ausgelegt.
Es ist klar, dass die Besiedelung des ganzen Objektes (hmmm ich rede schon wie ein Immobilienfachmann ;-)) einige Zeit dauern wird, aber es ist doch bemerkenswert, dass es schon nach 1 bis 2 Tagen nach der Fertigstellung einige „Anfragen“ 🙂 gibt.
So nun sind wir wohl so was wie Vermieter. Hahahaha
Euer Robert
Ps: Baut doch auch ein Insektenhotel. Es macht Spass. Berichtet uns eure Erfolge…
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