useroses-blog.com

Eine Blumenkisterlsitzbank

April 19, 2012 | by Ulrike

PICT0003.JPG.jpeg

Gleich neben unserem Hauseingang stand bis vor zwei Jahren ein an die hundert Jahre alter Nussbaum. Im Jahre 2004, als wir nach einem gemütlichen auswärtigen Mittagessen nach Hause kamen, erschraken wir. Gut der halbe Nussbaum, drei riesige Äste, die so dick waren, dass man sie gerade noch umarmen konnte, lagen heruntergebrochen im Hof. Ohne Sturm, ohne Voranzeichen, einfach so.

Welch Glück, dass wir nicht zu Hause waren. Nach genauerem Betrachten sahen wir, dass diese Äste innen zwar nicht hohl, aber ziemlich morsch gewesen waren, aber eigentlich nur an den Bruchstellen. Nach fachmännischer Begutachtung wurden noch zwei baumstammdicke Äste entfernt, alle Wunden geglättet und verschmiert. Dem Baum schien dies nichts ausgemacht zu haben.

Erst im letzten Jahr fing er richtig zu kränkeln an. Er trieb nicht mehr richtig aus und ein dicker Ast genau über dem Hauseingang war inzwischen so hohl geworden, dass wir nur mehr mit einem mulmigen Gefühl im Bauch vorbei gingen.

Und so beschlossen wir schweren Herzens, die restlichen kaputten Äste von der Feuerwehr abschneiden zu lassen, da wir die Fallrichtung aufgrund des Fehlens der abgefallenen Äste nicht mehr selbst gut steuern konnten.

Ein Hubsteiger wurde gerufen und der Rest fiel. Übrig blieb nur noch der eigentliche Stamm.

Ich habe von meinem Großvater gehört, dass sein Vater ihm immer erzählte, dass solche Bäume trotzdem wieder austreiben und noch einige Zeit leben können. Deshalb ließen wir ihn stehen und wirklich, er begann wieder auszutreiben. zwar nur schwach, aber immerhin. Wir werden sehen, wie es sich weiter entwickelt.

Der Damoklesschwert – Ast lag seit dem vor unserem Eingang und wurde von uns und unseren Gästen oft zum gemütlichen Sitzen in der Sonne benutzt. Da er eben innen ziemlich hohl ist, beschloss ich gestern, ihn auch zu bepflanzen.

So schnappte ich die Stichsäge und erweiterte die an der Oberseite schon vorhandene Öffnung. Das morsche Material holte ich mit der Hand heraus und brachte es an anderen Stellen als Mulchmaterial auf.

Da das Sägeblatt zu kurz war, sägte ich der Faser quer mit der Handsäge die Platte durch. Für das Abtrennen Längsseits kam das Maurerfäustl – ein dicker kleiner Hammer – und ein altes Holzspalteisen (sieht aus wie ein riesiges Stemmeisen) in Einsatz. So wurde die Seite langsam abgesprengt.

Da die Fläche ziemlich glatt war, ersparte ich mir jegliche Nacharbeit. In die Öffnung legte ich alte Verpackungsfolie, damit der Stamm nicht weiter durch die Dauerfeuchtigkeit durchfault. Zum Abschließen der Vorderseite nahm ich drei übrig gebliebene Abschnittreste vom Torbau und nagelte sie an. Überstehendes schnitt ich mit der Stichsäge ab.

Dann füllte ich Hasenkomposterde hinein, setzte zwei Fleißige Lieschen und eine Feuerlilie und streute noch Bauerngartenblumensamen. Ein weiteres Fleißiges Lieschen kam auch noch in ein Astloch, welches mit der großen Öffnung verbunden ist. Ich bin schon gespannt, wie es in ein paar Wochen aussehen wird. 🙂

http://www.use-roses.com

RELATED POSTS

View all

view all